Matthias Alexander Schmidt

hr-iNFO: Einer für alle? Wenn Vertreter kirchlicher Institutionen Schuld bekennen

Vor 7 Jahren begann der sogenannte Missbrauchsskandal: Hunderte Fälle sexualisierter Gewalt durch katholische Priester wurden öffentlich. Auslöser war ein Brief, geschrieben vom Rektor der Berliner Jesuiten-Schule Canisius Kolleg, Pater Klaus Mertes. Drei ehemalige Schüler hatten ihm von ihren Gewalterfahrungen an der Schule berichtet. In einem Brief an 600 Ehemalige bekannte Mertes sich zu der Schuld, die seine Institution 30 Jahre zuvor auf sich geladen hatte. Als Vertreter der Institution stellte er sich der Verantwortung. Doch wie kann das funktionieren? Kann sich ein einzelner Vertreter zur Schuld einer ganzen Institution bekennen und stellvertretend für die Institution um Vergebung bitten? Eine Gruppe von Theologen beschäftigt sich seit einigen Jahren mit der Schuld in der Kirche. In diesem Jahr haben sie Klaus Mertes gebeten, bei einer Tagung über seine Erfahrungen sprechen.